Veranstaltungen 2026

Oliver Steller live bei seinem BUNKER11-Auftritt in Saerbecks Bürgerscheune 2024. Foto:BUNKER11

Performance, Balladen und Klavier
Saerbeck. Das vierte Veranstaltungsprogramm des Saerbecker Kunst- und Kulturvereins BUNKER11 für 2026 überrascht mit drei großartigen Vorstellungen und einem außerordentlichen Ökojahresprojekt, an dem sich jedermann beteiligen kann: „Kronkorken für die Kunst – jeder Deckel zählt!“, haben die Organisatoren das Projekt benannt. Jetzt heißt es also: Sammeln! Der lange Zeit in Saerbeck wohnhafte Deutsch-Syrer Alaa Nasser, der auch im BUNKER11-Vorstand tätig ist, wird aus den Kronkorken ein Kunstwerk gestalten, das im November versteigert werden soll.
Nun aber zum Programm, das am 9. Mai um 20.00 h in der Bürgerscheune mit Oliver Steller beginnt. Der bekannte Sänger, Dichter und Rezitator stellt dort sein Programm „Das Gedicht plus“ vor. Die Balladen berühmter Dichter sind lyrisch, episch und spannend wie Roman-Thriller. Der moderne Troubadour spricht und singt die Balladen zur Musik. Die Themen haben sich bis heute nicht verändert: Liebe, Leben, Tod, Natur und die großen Ereignisse der Zeit.
 

Katrin Banse tanzt, eine Szene aus dem bewegenden Stück „Zwischen Frieden und Krieg“. Foto: Ralf Emmerich

Am 11. Juli um 20.00 h kommt das Münsteraner Ensemble zu einer tänzerische Live-Performance mit Musik und ohne Worte als besonderen Aufführungsort zum ersten Mal direkt in den Bunker 11 im Saerbecker Bioenergiepark . Die aus der Ukraine geflohene Regisseurin Kateryna Tushder und der Münsteraner Theatermacher Manfred Kerklau bringen dort ihr eindrucksvolles Stück „Zwischen Frieden und Krieg“ mit Tänzerinnen und Schauspieler zur Aufführung. Aus ihrer Begegnung entstand eine außergewöhnliche künstlerische Zusammenarbeit, die in einem tief bewegenden Tanztheaterabend mündete. „Zwischen Frieden und Krieg“ kommt ohne gesprochene Worte aus. Die Erzählung entsteht durch kraftvolle szenische Bilder, zeitgenössischen Tanz, Objekt- und Schattentheater. Zum ersten Mal wird das Stück in einem realen Beton-Bunker aufgeführt, was die Wirkung der Inszenierung noch authentischer und eindrucksvoller macht. Und sie bleibt angesichts der aktuellen Krisenherde in der Welt universell – unabhängig von Ort, Sprache, Alter oder Herkunft.

Aeham Ahmad bei einer Lesung im vergangenen Jahr vor dem Foto von ihm, das 2014 um die Welt ging. Foto: Westfalenblatt

Ein, vielleicht der Höhepunkt der Spielsaison findet am 7. November im Bürgerhaus statt. Der Pianist und Komponist Aeham Ahmad – der „Pianist aus den Trümmern“, dessen Foto aus den Bürgerkriegsruinen um die Welt ging – ist im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk in Damaskus aufgewachsen. Mitten im syrischen Bürgerkrieg hat Aeham Ahmad Klavier gespielt. Er gibt in Saerbeck unter dem Titel ANKOMMEN ein Piano-Solokonzert und es werden Ausschnitte aus seinem gleichnamigen Buch vorgetragen. In dem Buch gibt der Künstler Einblicke in sein Leben und den Alltag in Deutschland mit all seinen schönen Seiten und Schwierigkeiten. Was kann ihm Zuversicht geben? Hautnah erzählt er seine Geschichte und Erlebnisse in Deutschland und Europa. Er sagt dazu: „Ich habe es nicht geschafft, in Syrien etwas zu ändern, aber hier habe ich vielleicht eine Chance.“


Der Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen von BUNKER11 beginnt wie immer etwa sechs Wochen vor den Terminen ONLINE bei localticketing und vor Ort bei Buch und Mehr, Saerbeck, und Buch und Kunst, Emsdetten. Kronkorken dürfen aber gerne ab sofort gesammelt und zu den jeweiligen Kulturveranstaltungen mitgebracht werden.

 

Text aus Hans Lüttmann: Performance, Balladen und Klavier – Programm des Vereins BUNKER11. WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN vom 14.02.2026 / aktualisiert am 05.03.2026